William Shakespeare

William Shakespeare kam am 26. April 1564 in Stratford-on-Avon zur Welt. Sein Vater war ein wohlhabender Bürger der Landgemeinde, seine Mutter stammte aus dem Landadel. 

Shakespeare besuchte in Stratford die Schule und heiratete achtzehnjährig Ann Hathaway. Sechs Monate später wurde die Tochter Susanne geboren, zwei Jahre danach die Zwillinge Hamnet und Judith.

Um 1578 verließ Shakespeare Stratford und ging nach London, wo er bald in engem Kontakt mit dem Theater stand. Er trat als Schauspieler auf, bearbeitete fremde und schrieb eigene Stücke. Schließlich verband er sich der Truppe unter der Protektion des Lord Chamberlain. 1598 wurde er von Zeitgenossen bereits als der hervorragendste Bühnendichter Englands gerühmt.

In diesem Jahr ließ die Truppe ihr Theater abreißen und erbaute an anderer Stelle das Globe Theatre, das 1599 eröffnet wurde und dessen Mitbesitzer Shakespeare war. Bereits 1597 hatte er, inzwischen ein wohlhabender Mann, das schönste Haus in Stratford gekauft und erwarb in der Folge auch Grundbesitz in seiner Heimatstadt.

Nach dem Tod der Königin Elisabeth I. im Jahre 1603 ernannte Jacob I. die Truppe des Lord Chamberlain zu „The King’s Players“. 1611 verkaufte Shakespeare seine Anteile am Globe Theatre und zog sich nach Stratford zurück. Er starb dort am 23. April 1616.

Shakespeare ist der größte Gestalter des Dramas der Renaissance-Menschen. Unerreicht in seiner lebenswahren Menschendarstellung stieß Shakespeare das Tor zur neuzeit auf und zeigt den modernen Menschen in seiner Zwiespältigkeit und tragischen Geworfenheit in eine Welt, die ihrer Illusionen beraubt ist.

Im Mittelalter war der Mensch in feste Gemeinschaften eingebunden, in ein geordnetes Weltbild und in einen sinnerfüllten, göttlichen Heilsplan. Diese Ordnung und Harmonie zerbrach zu Beginn der Neuzeit. Das Individuum emanzipierte sich aus der mittelalterlichen Unmündigkeit, Irrationalität und Wir-Identität zur fortschrittlichen Rationalität und Autonomie. Doch es erkaufte diese Emanzipation mit einem extremen Bindungsverlust und existentieller Unsicherheit.